SCHOTTERGEWINNUNG in Ruhmannsdorf

Besitzer: Xaver Pilsl sen. Landwirt in Ruhmannsdorf
Betreiber: Baufirma Greilinger, die den Straßenbau während des ersten Weltkrieges von 1917 bis 1918 mit russischen Kriegsgefangenen durchführte.
Lage des Bruchs: Ortsausfahrt von Ruhmannsdorf in Richtung Kropfmühl, nach dem letzten Haus rechts, etwa 40 Meter nördlich.
Flurnummer:

Technische Ausstattung: Bremsberg, Schwarzpulver, Schotter wurde in Handarbeit geschlagen
Für den gesamten Straßenbau waren zwei Rollierer und etwa 40 russische Gefangene eingesetzt.
Produktion von: Schotter und Rolliermateriall
Beschaffenheit des Granits: nur für Schotter verwendbar, hauptsächlich Oberflächengestein

Aus einem Acker des Landwirts Xaver Pilsl schaute ein Fels etwa 1,5 Meter heraus. Er störte bei der Bewirtschaftung, der Landwirt konnte ihn aber mit seinen Möglichkeiten nicht beseitigen. Als um 1917 die Straße von Hauzenberg über Jahrdorf, Ruhmannsdorf, Germannsdorf, Pfaffenreuth nach Untergriesbach gebaut wurde, bot sich dieser Granitfels als Materiallieferant für den benötigten Schotter an. Die ausführende Baufirma Greilinger setzte dabei etwa 40 russische Gefangene ein, die in einem Lager in Kropfmühl untergebracht waren (an der Stelle der späteren Umgehungsstraße). Auch im Winter arbeitete die Mannschaft ohne technische Hilfsmittel durch. Über einen Bremsberg gelangte das Rohmaterial, mit Schwarzpulver gebrochen, zu dem Platz, wo es in Handarbeit von den Gefangenen zerkleinert wurde. Nach zweijähriger Bauzeit montierte die Firma Greilinger die Bremsbergtrasse wieder ab und füllte das Loch auf. Heute kann man von dem damaligen Betrieb nichts mehr sehen.